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Langsam wendet es sich dem Ende zu.


Wie sehr man es auch verdrängt, wenn das Herz eine Lüge aufdeckt, ist es unumgänglich...

Auch wenn ich und er es nochmal versuchten, es hatten sich doch viele Dinge geändert. Ihn kotzte meine Arbeitslosigkeit an, da ich nicht mehr um die selbe Uhrzeit schlafen gehen konnte wie er. Mein Praktikum war im Dezember zu Ende, doch ich fand nichts Neues. Ich war völlig unausgelastet und so geschah es immer mehr, dass wir beide zu unterschiedlichen Zeiten ins Bett gingen. Das war jahrelang nie der Fall gewesen, doch ich konnte nichts daran ändern. Mein Leben geriet aus den Fugen, doch ich merkte es selbst kaum. Ich war froh, dass ich wenigstens ihn noch an meiner Seite hatte. Eine Freundin sagte mir, "egal wie die Joblage auch ist, sei froh dass du nicht alleine durch diese Zeit gehst." Und ich wusste, sie hatte Recht. Aber wie das Schicksal nunmal ist.

Er hatte sich auch sehr verändert. Damals lästerten wir noch über den Apple Konzern, über all diese blinden, blauäugigen Menschen, die sich wie Marionetten alles sagen lassen. Aber nun war er selbst einer von ihnen geworden... Es fing mit seinem ersten Gehalt an. Er kaufte sich ein iPhone, iPad, Macbook, einen Fernseher so groß wie eine Kinoleinwand. Ich kam damit nie wirklich klar, ich war sauer auf ihn. Ich verstand und verstehe ihn immernoch nicht, vermisste den alten süßen Jungen. Natürlich, man verändert sich. Aber musste das alles sein? Er benutzte diese Dinge so selten! Er war jemand Anderes.

2013 war kein gutes Jahr bis jetzt. Im Januar wurde uns langsam klar, dass unser wundervoller Hund sich langsam dem Ende hingeben musste. Es waren fast 10 Jahre, die er uns Liebe schenkte, seine letzten 3 Jahre nahm er meinen Freund auch in die Familie auf. Die Tumore, die er seit Oktober in sich hatte, frassen ihn innerhalb von (ungelogen) 3 Tagen komplett auf. Er bekam süffende Wunden, blutete überall, konnte aufeinmal nicht mehr gehen. Ein paar Tage davor spielte ich noch mit ihm im Schnee... Es war einfach grauenhaft.

Ich erzählte meinem Freund, dass wir ihn am 25. Januar einschläfern müssen. Er meinte, er kommt sofort zu mir (ich erzählte es ihm am 24.), um dabei zu sein. Allerdings im Nachhinein nicht, weil er mich trösten wollte, sondern weil er es für sich tat. Er war mega egoistisch und wenn man es ihm sagte, meinte er nur: "Meine Mutter weiß, was sie erzogen hat :D" Heißt: Er ist eigentlich nicht nur ein Egoist, sondern auch noch ein Arschloch. Aber er hat zwei Seiten, und mir zeigte er immer nur die Liebe. Er wollte mit Buddy, meinem Hund, abschließen. Den Tod miterleben, damit er ihn das letzte Mal sieht und sich dann keine Sorgen mehr machen brauch. Und das tat er dann auch.

Ich war danach Tagelang am weihen, kam kaum mit dem Tod meines geliebten Hundes klar. Aber er öffnete langsam seine kalte Seite. Für ihn ist es nur ein Hund, er hat am 25. kurz getrauert und das wars. Abgeschlossen. Auch wenn er mich tröstete, er war es Leid. Ich ahnte davon aber zu der Zeit noch garnichts.

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