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Unwetter


Eine schöne dampfende Tasse Misanthropie für den Freitagabend. Ein ausgesprochen guter Abschluss für einen eigentlich schönen Tag. Vielleicht hilft es ja gegen die zitternden Hände oder den Hauch von Übelkeit, der in der Luft liegt. 
Zumindest mag ich das Gefühl von Taubheit, das sich fast unmittelbar nach dem ersten Schluck einstellt.

Ich weiß nicht, warum meine Hände andauernd anfangen, zu zittern. Die leisen Gefühle von Panik, die mir hin und wieder die Brust zusammen schnüren, habe ich mir immerhin selbst zu zu schreiben. Das kommt davon, wenn man zu lange still hält.
Es ist seltsam. Für den Moment bin ich stark genug und zwei Wimpernschläge später droht alles über meinem Kopf zusammen zu brechen. Hin und wieder hilft es, sich mit den sinnvollen und weniger sinnvollen Dingen zu beschäftigen. Wenn der Körper etwas tut, kommen die Finger nicht auf dumme Gedanken. Es hat lange nicht mehr so an mir gerissen, dass ich glaubte, ich müsste mich aus meiner eigenen Haut sprengen. Das passiert ohnehin von allein, dazu wird gar keine Hilfe benötigt. Ich würde mich gern an jemandem festhalten, wenigstens, solange ich noch Greifen kann, aber das wäre idiotisch. Sage ich, und tue so, als würde ich meine eigenen Hände nicht bemerken, die sich in die Ferne ausstrecken. Irgendwo zwischen den Ich-liebe-dichs und den Ich-bin-in-Ordnungs bin ich ertrunken und bin es gleichzeitig leid, mich zu erklären.
Das Bild verschwimmt immer wieder vor meinen Augen und die schwarzen Punkte breiten sich aus. Fühlt sich so Leben an? Vielleicht, wenn ich das Licht ausmache und die Musik noch ein wenig aufdrehe. 

Ich sollte verdammt noch mal aufhören, das so zu genießen.

 

 

 

~Aalto

 

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