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Scheitern


Bittersüß.

Dieses Gefühl unbestimmter Trauer, unbenannte Schwere in den Gliedern, es kann auf seine ausgesprochen tieffühlende Art schön sein. So glaubte ich.

Es ist eine große Leere geworden, die in mir wächst. Die Wahrheit bleibt ein Widersprucht. Du darfst nicht verzweifeln. Dennoch, alles, was ich berühre geht wieder verloren, noch ehe ich es richtig erfahren konnte. Die Erinnerung an einen Hauch von Glück, auch das bleibt nicht.
Diese Kälte ist überall, genau wie das Schwarz. Ich weiß nicht einmal mehr, ob es von den Wänden auf mich getropft ist und mich ausgefüllt hat oder ob ich nicht selbst alles schwarz angemalt habe. All das ist nicht richtig, so sinnlos, diese dröhnende Leere zwischen zu vielen Worten. 

Es gibt nichts, was wir noch tun könnten. 

Ich bin gescheitert. Mein Plan vom Leben fühlt sich sinnlos an, es bleibt nur ein gebrochener Blick aus dem Spiegel heraus als Beweis, dass ich noch hier bin. All das Schreien und Reißen habe ich aufgegeben. Auch das Rennen, denn jedesmal liege ich doch wieder im selben Bett, ganz so, als wäre all das wirklich. Ich kann meine Gedanken hören und sie klingen nach Wirklichkeit. 
Die einzige Wirklichkeit, die noch bleibt, sickert auf die Bodendielen. 

Ich bin so weit weg, mit einem Kopf voller Blei. Ich kann den Weg nicht mehr sehen. Hinter mir nur die Nacht, ich weiß nicht, wohin. Hatte es nie gewusst. Ich habe mich selbst eingesperrt, in der fensterlosen Schwärze aus Fragen und Angst. 

Es gibt nichts, was wir noch tun könnten.

Die Nacht rinnt mir aus kalten Fingern hervor. Sie spannt sich zu einer Kuppel über all den verschlossenen Köpfen. Immer wieder bricht ein kalter Morgen an und jedes Mal werden wir davon getragen. 



~Aalto

 

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