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Die Starre


Jede Bewegung macht mich darauf aufmerksam.

Mehr und mehr werde ich kalt, Kristallsplitter kriechen über meine Haut, verbinden sich und durchdringen mich. Wo sie herkommen, weiß ich nicht. Es erinnert mich ein wenig an die Spiegelscherben, doch da ist nichts Silbernes, nur die Kälte und die Härte.

Ich möchte nicht erstarren, ich bewege mich hektisch, renne panisch im Kreis. Doch jedes Mal, wenn ich stehen bleibe, stelle ich erschrocken fest, dass noch mehr Stein meine Haut überzieht. Ich glaubte immer, die Bewegung könnte vor Starre schützen. Sie bietet jedoch lediglich die Ablenkung, die nötig ist um etwas Endgültiges zu verdrängen.

You have to learn to let go.

Auch die Kälte nimmt mehr und mehr zu. Ich verbrenne meine Haut, spüre dabei nur Schmerz, keine Hitze. Loslassen ist viel leichter als die Bereitschaft, alles, was man hat, in jeder Minute gehen lassen zu können. Je länger ich an diesen Gedanken festhalte, desto unbeweglicher werde ich. Diese Bereitschaft ist das einzige, was mich retten kann. Auf einer Stecknadel in 10000 Meter Höhe balancieren wäre einfacher.

Alles auf einmal loslassen wäre leicht, wenn auch schmerzhaft. Doch wenn ich all das Gift auf einmal frei setzte, wird es mich töten. Wie gemein, je mehr ich am Leben festhalte, desto mehr bringt es mich um. Wenn ich zur Statue werde, habe ich verloren.




~Aalto
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Kommentare

awtwahl [Tb: arnowa 2013] - 01.07.2011 18:23
trotzdem : schoenes wochenende und liebe gruesse !

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