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Gregorovius


Gerade lerne ich nebenbei lustige neue Wörter. "Phantasmagorie" ist mein aktueller Favorit, doch genau deswegen könnt ich mich auch ohrfeigen. War eine absolut dämliche Idee, mir Gregorovius "Göthe's Wilhelm Meister, In seinen socialistischen Elementen entwickelt" als Referatsthema auszusuchen, wirklich.

In die altdeutsche Schrift komme ich ja so langsam rein (es hilft, es laut zu lesen, so kann ich mir selbst zuhören und den Text doch mitbekommen), doch so schön sich das auch anhört, was Gregorovius sich da zusammen formuliert hat- So verstehe ich nicht ansatzweise, was er mit diesem Werk der Welt genau mitzuteilen gedachte. Wirklich nicht. Wilhelm Meister an sich ist ja shcon stellenweise sehr rätselhaft, aber den kann man sich wenigstens in einer zeitgemäßen Schrift zulegen, sodass man die größeren Wahrheiten, die da so ganz nebenbei rausgehauen werden, nicht ganz so schnell überliest. Dabei bilde ich mir nicht ein, größere Wahrheiten zu verstehen, ich meine nur, an der einen oder anderen Stelle welche zu erkennen.

Eigentlich liebe ich das ja: Literatur lesen und vor allem über Literatur sprechen. Für mich hat das meiste Gelesene ohnehin erst dann richtigen Wert, wenn ich mich mit anderen darüber unterhalten kann. Und gerade bei soeinem Mammutwerk wie Wilhelm Meisters Lehrjahren ist es sehr hilfreich, die eigene Perspektive noch mit anderen Sichtweisen zu erweitern oder zu hinterfragen. Ehrlich, dieser Kram macht mir wirklich Spaß, sonst wäre ich ja nie auf die Idee gekommen, mich intensiver damit auseinander zu setzen.

Aber bei Gregorovius fehlt mir einfach der Zugang. Mein Kopf fühlt sich irgendwie heiß an und alles in mir schreit zur Abwechslung wieder mal "Schaffenskrise".

Natürlich, warum auch nicht. All die Zynikerstimmen in meinem Kopf (also nicht die, die Tetris singen sondern die, die sagen, dass ich verrückt bin und von denen ich irgendwie viel zu viele zu haben scheine) sind in bester Laune und in Hochform. Das Auge ist für alle Randgegenstände und pseudowichtigen Kleinigkeiten in meiner Umgebung geschärfter denn je.
Die Dinge, die ich mir jedoch wirklich mal ansehen sollte, verschwimmen vor meinen Augen. Wo hört der Historiker auf und wo fängt der Schriftsteller an?
Phantasmagorie. Schönes Wort.




~Aalto

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Kommentare

Nothing [Tb: glass houses] - 23.01.2011 23:15
Wirklich schönes Wort. Wir haben nur "Bifurkation", das nach skandinavischen Körpergeräuschen klingt, und Sachen wie "Funktionale Differenzierung und ein ökonomischer Primat" von Thomas Wagner, was noch die harmlosere Lektüre ist, die ich soeben zur Seite gelegt habe. Uni kills brains. Wirklich. "Und der "Aha"-Effekt ist soeben an mit vorbeispaziert und hat mir den Mittelfinger gezeigt"... Augen zu und ab durch die Backsteinmauer *sigh*. Good luck, dear.

awtwahl [Tb: arnowa 2013] - 23.01.2011 22:47
danke, ich freue mich dass DU bei mir mitlesen magst !

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