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Silvesterfeier. Erkenntnis?


Nun also zu der Silvesterfeier, auf die ich mich gefreut hatte, obwohl ich Silvester gar nicht feiern möchte.

Habe es dennoch getan, weil es das erste Mal war, so etwas mal in einem Freundeskreis zu tun, wo ich jeden wenigstens von irgendwoher kannte. Und wo ein Großteil der Anwesenden eine wichtige Rolle in meinem Leben spielt.
Es war schön. Teilweise auch ungewohnt, aber irgendwie schön. Die meisten von uns hatten ein bisschen was getrunken, ich glaube aber nicht, das jemand heute früh mit einem großartigen Kater aufgewacht ist. Mein bester Freund Kisu und ich haben uns gemeinsam betrunken. Passend zur Back-to-Pubertätstheorie hatte Kisu versprochen, sich zum ersten Mal in seinem Leben zu betrinken. Klingt unglaublich kindisch, ist es irgendwie auch, da wir alle so mindestens Anfang 20 sind, dennoch war es lustig. Einige Leute sind ja komplett andere Menschen, wenn sie getrunken haben. Kisu und ich aber eher nicht. Ich für meineTeil bin dann in erster Linie von ausgesprochen redseliger Natur, das scheint aber für den Rest immer recht unterhaltsam zu sein. Bei Kisu merkt man eigentlich nicht, dass er angetrunken ist. Seine Laune ist dabei aber etwas überschwänglicher. Überhaupt war die Stimmung sehr gelockert, auch Aya wirkte zum ersten Mal seit Langem wieder einigermaßen entspannt.

Ich bin nur etwas verwirrt. Es gab Spannungen, einige beinahe fühlbar in der Luft, andere eher subtil, nur für "Eingeweihte" erkennbar. Daran erkenne ich, dass ich mich nicht einmischen sollte.

Der offene Streit, den ich schon fast erwartet hätte, kam zum Glück nicht zu stande (wir sind ja schließlich erwachsen *hust hust*), zwischendrin war der eine oder andere Partygast ein wenig pikiert.
Ich weiß nicht mehr, was ich von Lauri halten soll. Ich mache mir ohnehin zu viele Gedanken über alles mögliche, was meinen Kopf zwischendrin ein bisschen überlastet. Hier habe ich einen schon guten Vorsatz gefunden. Hat etwas mit Zurückhaltung zu tun, darin muss ich mich dringend üben. Aber nicht nur ich.

Was Lauri betrifft... Ich weiß es nicht. Ich habe das Gefühl, nun etwas verstanden zu haben und bin ernüchtert. Auch wenn ich nicht ganz sicher bin, ob "ernüchtert" das richtige Adjektiv dafür ist. Der Abend muss wohl erst noch ein wenig sacken. Was zwischen Lauri und Aya ist oder auch nicht ist, ist unter anderem seine Sache. Und Ayas natürlich. Ich hätte wirklich gedacht, als die beiden plötzlich so eng zusammen rückten, dass sich da vielleicht zwei gefunden hätten. Wofür auch immer. Doch zu viel Gutes tut auch nicht gut. Ich denke, es reicht, wenn man eine Frau gleichzeitig umwirbt. Sonst werden diejenigen, die noch Selbstachtung haben, sich von ganz allein verabschieden.  Manchmal denke ich, dass sich einige Menschen, ich bestimmt auch, aus Angst vor sich selbst lieber Steine in den Weg werfen. Vielleicht ist das so. Es ist wohl gut so, wie es ist.

Hier kommt ja mein guter Vorsatz ins Spiel. Meine Freunde sind durchaus in der Lage, ihr Privatleben selbst zu managen. Ich habe immer einen gewissen Drang, meine Meinung zu sagen, wenn mir jemand sein Herz ausschüttet. Ich denke, es wird dabei ein Ratschlag von mir erwartet. Das ist ja auch manchmal so. Ich muss lernen, wann ich einfach nur zuhören soll. Und wann man mich mit all den Worten nur in die Ecke drängen will. Obwohl ich mit der Bedrängnis inzwischen besser klar komme. Denn an dierser Stelle setzt mein Mitleid aus und wenn alle taktvollen Hinweise missachtet werden, kann ich mich immernoch zurückziehen, bevor ich grausam werde.

Bei Aya ist das Bedürfniss, das Privatleben mit ihr zu teilen, immer besonders groß. Wir tauschen uns ohnehin über alles aus, was uns auf den Fingern brennt. Wir müssen nur aufpassen, das all diese Worte auch unter uns bleiben. Ich habe in diesem Jahr gelernt, dass ein Außenstehender schnell versuchen kann, einen Strick aus Worten zu drehen, die nicht für ihn bestimmt waren. Womit wir wieder bei der Back-to-Pubertäts-Theorie wären, wonach viele Anfangzwanziger nicht in der Lage sind, ihre Probleme über etwas anderes als Statusnachrichten zur Sprache zu bringen. Oder überhaupt etwas zu klären.

Als der Abend, bzw. frühe Morgen ausgeklungen war, bin ich einigermaßen besorgt schlafen gegangen. Und dann kam die schon die ganze Zeit erwartete Streitsituation zu einem Zeitpunkt, wo ich schon gar nicht mehr damit gerechnet hätte. Als ich mich gerade ins Bett kuscheln wollte, klingelte mein Telefon und konnte prompt ausprobieren, wie sehr ich mit meinem guten Vorsatz auskomme. Eine Freundin hatte mich in den frühen Morgenstunden angerufen und war sehr aufgelöst, weil ihr ein übler Streich mit noch übleren Folgen gespielt worden war. Also doch noch ein brennendes Stückchen. Ich weiß nicht, ob ich ihr helfen konnte. Sie musste in erster Linie mit jemandem reden, also habe ich zugehört. Ich hoffe, wir finden im Laufe der nächsten Woche Zeit, uns mal zusammen hinzusetzten und vielleicht einen Kaffee zu trinken. Das baut sie hoffentlich wieder ein wenig auf.
Da ich aufhören sollte, mich für eine Halbwissentherapeutin zu halten, werde ich mir Mühe geben, meinen Freunden ihre eigene Verantwortlichkeit auch zu zu gestehen.




~Aalto


PS: Euch allen eine frohes neues Jahr!





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Kommentare

awtwahl [Tb: arnowa 2013] - 01.01.2011 17:38
Happy new jahr - mit allen guten dingen die du dir
wuenschst ! lasse die welt wie sie ist, erstens koennen WIR nichts aendern und zum zweiten implodiert sie von selbst (in cirka 2 millarden jahren) aber, was ist zeit ?
tschau ar***no


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