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Wahnsinn?!


Verdammt, ich bin so aggressiv!

Ich verstehe nicht einmal, weshalb. In mir tobt es, ich habe das Bedürfnis, jemandem weh zu tun. Dafür schäme ich mich.

Ich gebe mir Mühe, diesen Sturm zu beruhigen. Drei Mal die Woche Sport, um meine Wut zu füttern.
Ich habe heute viel gezeichnet. Ich werde wohl auch bald wieder anfangen zu singen. Nur, um irgendetwas zu tun. Meine Freunde tun mir ein wenig Leid, weil ich sie so anschnauze. Sie haben das nicht verdient, dennoch tue ich es.
Fallen...

Als ich heute nach Hause gekommen bin, hat sich meine Kehle verkrampft. Ob das nun an der Wut lag oder nicht, es hat mich ziemlich überrascht. Ich dachte, das sei vorbei. Pustekuchen. Etwas in meiner Luftröhre hat dicht gemacht. Ich röchelte, hielt mich an der Wand fest und glitt vorsichtig nach unten. Bloß nicht hinlegen, sitzen bleiben, sonst kriegst du gar keine Luft mehr! Es fällt mir in solchen Momenten recht schwer, mich zu entspannen. Also, viel Konzentration, fokussieren, entspannen, damit du wieder atmen kannst...
Dann kam mein Hund angelaufen, er wunderte sich über die schwerfälligen Geräusche, die aus meiner Kehle rasselten. Fiepend lief er um mich herum, kläffte ein paar Mal. Sehr süß von ihm.
Nach einer schwerfälligen Minute löste sich die Spannung in meinem Hals und meine Atmung wurde wieder normal.

Ich hasse es, die Kontrolle zu verlieren. Ich werde wohl gleich morgen mal zum Arzt gehen und mir neue Tabletten holen. Hat beim letzten Mal ja auch gut geklappt. Dann ist alles wieder so, wie es sich gehört.

Früher ließen sich meine inneren Stürme noch leichter bewältigen. Da reichte mir noch die Klinge. Diesmal geht das nicht mehr. Mir ist klar, dass ich nicht sterben möchte, deswegen werde ich das Messer nicht anrühren. Immer mehr Blut, bis auf den letzten Tropfen. Und auch das wäre nicht genug.

Nein. Ich habe nicht mehr das Bedürfnis nach den Schnitten. Nur das Blut hat seinen Reiz, doch ich habe nicht genug davon, um diesen Reiz zu stoppen. Wenn ich ganz still bin, kann ich hören, wie es durch die Adern rauscht. Das beruhigt mich etwas.
Ehrlich gesagt schäme ich mich ein wenig für diese Gedanken. Also, genaugenommen schäme ich mich sehr dafür.
Ich habe Angst, jemanden zu verletzen. Gut, dass ich nur noch morgen unter Menschen muss, danach habe ich erst mal drei Tage Ruhe. Ich brauche das dringend.

Diese Stimmung wird vorbeigehen. Bis dahin muss ich mich nur von meinem Rudel fernhalten und meine Gedanken loswerden... Ich hasse mich dafür.

Es ist schon so oft passiert, dass der Sturm in mir die getroffen hat, die mir nahe stehen. Ich brauche Stille. Viel, viel Stille. Niemanden, der mir irgendetwas vorwirft. Und ich will meine Gedanken so gut es geht in Worte fassen, damit sie mich nicht in den Wahnsinn treiben. Mit gut gezielten Worten legt man seine boshaften Gedanken nämlich am besten an die Kette.



~Aalto
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