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Urmel aus dem Eis


Einsfuffzig monatlich dafuer, dass man sich selber wissenschaftlich wertlose Aufsaetze schreibt! Das Netz verkommt. Ich habe mal 3 Jahre woanders Bloedsinn gemacht, jetzt kostet Tagebuch schreiben ploetzlich Geld. Das werden wir aendern.

 

Ich schreib' jetzt nicht sowas wie

"Ich weis ich sagte ich sollte meinem Bruder die Fresse pulieren" (20.12.2012 17:12)

oder

"also grade mit meiner bffiue singstar gespielt jetzt reiten auf der WII spielen fun!!!!! So kriege ich endlich msl mein kopf frei!" (20.12.2012 16:10)

Lebt hier eigentlich noch jemand aus diary-z Zeiten? Muss ich mich jetzt wieder abmelden?

 

Jetzt ist Geisterstunde, da darf man seine Sprache auch mal blank putzen und verständlich nutzen. Man kann reimen und schleimen, rappen und zappen, dissen, schissen und sich dann in Bett verp...Ich bilde mir jetzt einfach ein, ich koennte klare Saetze formulieren und in meinem Kopf genau das machen, was in dieser ebay-Werbung auch so schoen funktioniert, wo einer in 30 Sekunden durch eine ganze Welt klettert. Ich lasse mir jetzt eine schraege, abgebrochene Geschichte ueber das Thema Kaffee einfallen.

 

Tapsen wir doch auch mal durch verschiedene Szenen und poltern übergangslos in ein 10qm Buero mit Schweissgeruch und ewig kaltem Neonlicht. Ein Monsterpflanze steht darin, wahrscheinlich fleischfressend, sonst waere sie nicht so gewachsen. Schau, sie hat was uebersehen. Da sitzt ein Typ, steinalt, in Affenposition vor einem Rechner und hackt auf einer verkeimten Tastatur herum. Seine elektrostatisch leitenden Sandalen sind noch brandneu, aber sonst broeckelt die Fassade schon ganz schoen. Er hat eher Aehnlichkeit mit dem Erfinder der Birkenstock-Treter und ist so geerdet, dass es wehtut. Manchmal springt er auf und klappert hinueber zur Gemeinschaftskueche, brummelt ueber die versifften Tassen seiner Kollegen im Spuelbecken...und waescht sie ab. Was fuer ein Depp. Dann hat er endlich Platz, aus seiner eigenen Tasse den Staub auszuspuelen. Er stellt sie danach unter den suendteuren Kaffeeautomat, der, nun ja, fuer ueber tausend Euro Kaffee macht.

 

Das Verkaufsgespraech hat er direkt vor Augen. Muss wie bei Loriot gewesen sein, als den seine Frau losgeschickt hat, um einen Becher Senf zu kaufen. Nach einem kurzen Plausch mit dem Verkaeufer laesst der sich naehmlich eine geschaetzt 1,5m hohe Palette voller Senfglaeser liefern, weil er dadurch pro Glas 0.00irgendwas Pfennig spart. So ein Kaffeeautomat ist mit Tisch 1,5m hoch und spart unglaublich Betriebskosten, irgendwie, nach 3 Jahren oder so, kurz bevor die Bruehgruppe die Muecke macht und Reparaturkosten kommen. Aber die Gegenwart ruft.

 

Die Situation bekommt jetzt  eine gewisse Dramatik, als unser Held auf den Startknopf drueckt und wie von der Tarantel gestochen  aus der Kueche auf die Toilette gegenueber sprintet, um nach dem Abtropfen (<-Wortspiel) rechtzeitig  wieder da zu sein (warum weiss der Himmel). Kurz schiesst ihm durchs Hirn, dass er dabei auf den  Fliesen ausrutschen koennte, was ihn in ein Krankenhaus der Berufsgenossenschaft bringt. Es waere ja ein Arbeitsunfall und die gesetzliche Krankenversicherung nicht zustaendig.

 

Da faellt ihm ein: es soll mal einen Maurer gegeben haben, der vom Geruest fiel, sich die Ferse brach, in einem normalen Krankenhaus mit Vakuumschiene hervorragend behandelt wurde und auf dem Weg der Genesung war. Da rief die Berufsgenossenschaft, kurz BG, an und bedrohte den Arzt, den Patienten sofort in ihr Krankenhaus zu schicken, sie muesse ja den Aufenthalt bezahlen und heilen koenne sie billiger. Der Maurer wurde anschliessend im BG-Krankenhaus handwerklich optimal versorgt: 10cm Nagel durch die Ferse hoch in die Wade. Das ist technischer Fortschritt, sowas kann man heute schon in der Chirurgie. Der Maurer ist fuer immer berufsunfaehig, Korrektur, nach Meinung der BG voll einsatzfaehig. Er kann ja schliesslich 20 Minuten am Stueck stehen, bevor er die jetzt in die Wade eingenaehte Schmerzmittelpumpe betaetigen und 1 Stunde liegen muss. Die 5 Kilo, die er laut BG-Amtsarzt ueberhaupt noch tragen darf, reichen locker fuer einen Normziegelstein.

 

Also bremst die Hauptperson lieber vorschriftsmaessig vor dem Klobecken, putzt erleichtert(<-Wortspiel) brummelnd die Verdauungsgruesse seiner Kollegen aus dem Becken und erscheint mit Verspaetung wieder vor dem Kaffeeautomaten. Was fuer ein Depp. Zum Glueck muss er als Hochgebildeter sich jetzt nicht mehr darum kuemmern, duftende warme  Filtertueten mit Kaffeesatz seiner Pflanze zu opfern, um nicht doch einmal versehentlich von ihr  gefressen zu werden. Der Automat macht das mit dem Kaffeesatz viel optimierter und der Strom kommt aus der Steckdose, hat man ihm erzaehlt.

 

Aber irgendwas dunkles tropft aus dem Automaten. Eine Vermutung befaellt ihn: Man hat die Maer vom Fortschritt nicht nur ihm, sondern auch seinen Kollegen mitgeteilt. Indiana Jones, so wollen wir ihn jetzt mal nennen, entdeckt einen versteckten Mechanismus, der wie ein grosser Hebel getarnt ist. Damit laesst sich zu seinem grenzenlosen Erstaunen die riesige Geheimtuer zur Grabkammer aller tausend Kaffesaetze oeffnen, von denen nur er als Eingeweihter aus den vergilbten Schriften etwas weiss. Bisher vermutete man nur, dass darin die Zeile "Bedienungsanleitung" irgendeine Bedeutung hatte. Generationen von dummstudierten Kollegen haben sich erfolglos daran versucht.

 

Wer hat's gefunden? Richtig, Indiana. Und wo er schonmal soweit ist, das Tor zur Vergangenheit zu oeffnen, erinnert er sich mit Schrecken an das  Schicksal einiger Archaeologen. Die starben nach dem ersten Oeffnen einer Grabkammer an  Pilzinfektionen. Egal, Tuer auf und Nase rein, seit wann ist Kaffepulver eigentlich gruen? Bob Ross, so  ist sein Patenname, holt  den Pinsel raus und wuehlt in den  gesammelten Werken des Automaten, bis der wegen seiner akuten Verstopfung keine dunklen Fluessigkeiten mehr ausspuckt. Was fuer ein Depp. Anschliessend macht der Depp die Klappe zu

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